ein schaf Helsinki

Di, 16.8.2011
Heute war es dann so weit, ich bin Richtung Helsinki abgehoben. Im Flugzeug gab es schon die erste Überraschung: meine Kommilitonin Steffi, die ein Jahr über mir im gleichen Studiengang ist, saß in der gleichen Reihe - aber keiner von uns wusste das! Also haben wir gleich angefangen uns auszutauschen: Und was hast du mitgenommen? Kannst du schon etwas Finnisch? Bist du auch so aufgeregt? usw.
Der Flug ging sehr fix und wir sind fast pünktlich am am Flughafen Vantaa angekommen und wurden auch gleich von den einheimischen Studenten begrüßt, die uns abgeholt und zu unserer Wohnung gebracht haben. Im Zimmer lag ein Willkommenspaket bereit mit Zahhnpasta, etwas zu Essen und Klopapier. Außerdem haben wir eine Sim-Karte geschenkt bekommen, mit der wir in Finnland günstig telefonieren können.
Ich wohne in der WG mit einem Mädchen aus Spanien, Alba, und einem Mädchen aus Frankreich, ich glaub sie heißt Mango oder so ähnlich. Ich habe heute bestimmt 30 neue Namen gehört, da konnte ich mir einfach nicht alle merken.
Mit Steffi war ich dann erst mal im Lidl um die Ecke um mich mit dem nötigsten zu versorgen. Abends saß ich noch mit vielen Mädels und ein paar Jungs zusammen und wir haben uns alle etwas näher kennen gelernt. Morgen gehts um 9 Uhr los, es warten drei Tage voller Informationen über das Studium, Land und Leute auf mich. Ich denke, wir Erasmus- Studenten werden hier wirklich gut bereut.

Mi, 17.8.2011
Es sind wirklich viele neue Eindrücke die hier auf mich einprasseln. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll! Heute war der erste Orientierungstag. Die Hochschule ist wirklich sehr schön, gut ausgestattet und ich freue mich schon darauf, hier zu studieren. Die haaga-Helia University of Applied Science ist eine der größten ihrer Art in Finnland und es studieren hier 10.000 Studenten. Wir wurden heute von unseren Tutoren überall herumgeführt aber natürlich kann man sich noch nicht alles merken. Dann waren wir essen. Das Essen in der Mensa ist wirklich sehr günstig, Salat, Brot und ein Getränk sowie ein Wasser gibt es immer kostenlos zum Essen dazu und das Essen selbst kostet nur 1,35 bis 2,50. Die Finnen sind Milchtrinker, es gibt fünf verschiedene Milchsorten zur Auswahl in der Mensa. Wir mussten eine halbe Stunde anstehen aber das soll wohl nicht immer so sein.
Gestern hatte ich wirklich große Probleme das Internet erst mal zum Laufen zu bringen. Letztendlich habe ich es mit Bäris Hilfe geschafft und ich hätte nicht einmal die 10 Euro für das Lan-Kabel investieren müssen, weil in der WG noch eins vom Vormieter rumlag... Sogar eine Decke habe ich im Schrank gefunden, dann musste ich nicht ohne schlafen die erste Nacht. Da hab ich mich vielleicht gefreut!

Sa, 18.8.2011
Gestern waren wir aus, es hat sehr viel Spaß gemacht. Es waren die meisten der 200 ERASMUS-Studenten da vermute ich, denn es war wirklich sehr voll. Dieses Mal waren die Getränke nicht so teuer, Bier gab es schon für 2,50.
Heute waren wir bei IKEA, es gibt einen Bus, der fährt aus dem Stadtzentrum kostenlos dorthin. Man braucht eine halbe Stunde, ist also ganz schön weit. Dor haben wir so das Nötigste eingekauft wie zB ein Kissen, Handtücher und Besteck. Außerdem noch ein paar Sachen, um es im Zimmer etwas gemütlicher zu machen. Seht her:





Ich muss sagen, ich fühle mich bis jetzt sehr wohl hier, ich vermisse Deutschland eigentlich gar nicht. Ich freue mich auf das Studium, weil ich meine Kurse selber auswählen kann und nichts belegen muss, was mich nicht interessiert. Und wenn ich einen Kurs nicht bestehe, muss ich ihn nicht wiederholen, ich kann auch wahlweise einen anderen dafür machen. Besser gehts doch gar nicht!
So langsam wird man auch mit einegen Leuten warm. Ich verstehe mich mit Chloe aus Frankreich sehr gut, die auch oben auf dem Bild in der Mitte zu sehen ist. Hoffentlich bleibt das so - sie wohnt gleich nebenan und das ist sehr praktisch! Außerdem auf dem Bild zu sehen ist Alba aus Spanien, meine Mitbewohnerin. Von Margaux, meiner anderen Mitbewohnerin (Frankreich) reiche ich noch ein Bild nach. Bis jetzt verstehen wir uns alle gut.
Übrigens ist Helsinki die größte Stadt Finnlands aber sie ist im Vergleich zu anderen Hauptstädten doch recht klein, es leben lediglich eine Halbe Million Einwohner hier. Der est von Finnland ist eher dünn besiedelt, was wohl nicht zuletzt an der Kälte liegt. Dennoch mus man hier im Winter trotz -20 Grad nicht nur frieren, die Gebäude, Busse, Läden usw. sind alle beheizt
Die Sprache hier ist aber wirklich sehr sehr schwierig. In der Gemüseabteilung findet man zwar Tomaati, Banaani und Salaati aber die meisten anderen Worte kann ich wirklich gar nicht aus irgendeiner mir bekannten Sprache herleiten. Ein paar Beispiele:
danke - kiitos
hauska tavata - schön dich kennen zu lernen
Ich wohne in Junailijankuja, allein um das auzusprechen habe ich 3 Tage gebraucht. Das Finnische hat so seine Eigenarten: es gibt keine Artikel, weder bestimmte noch unbestimmte. Für "sie" und "er" gibt es ein und das selbe Wort, das längste bekannte Palindrom ist finnisch (SAIPPUAKIVIKAUPPIAS) und ich werde sicher noch viele weitere Besonderheiten kennen lernen, wenn ich am Dienstag das erste Mal Finnischunterricht habe.

Di, 23.8.2011
Wenn man hier in einen Laden geht, oder zur Post oder irgendwo hin sonst, wo man sich anstellen muss, dann wird man hier in Finnland zu 95% Wahrscheinlichkeit eine Nummer ziehen, die dann aufgerufen wird, wenn man an der Reihe ist. Wo es keine Nummern gibt, ist meist Selbstbedienung, zB. in Cafés. Der Vorteil an dem System ist, dass man sich wärend der Wartezeit noch in Ruhe umsehen kann und nicht die ganze Zeit in der Schlage stehen muss. Vordrängeln ist hier jedenfalls tabu, das mögen die Landsleute gar nicht.
Ansonsten muss ich sagen, dass hier wirklich alles verdammt teuer ist. Auf dem Marktplatz bekommt mann eine Currzwurst mit Pommes fü nicht weniger als 10 Euro. Einfach unglaublich. Ein Sandwich, das aus einem normalen Brötchen, einer Scheibe Wurst, Tomate und Salat besteht kostet 4 - 5 Euro. Im Kontrast dazu steht das Mensa-Essen fü unglaubliche 1,35 Euro (ich hatte schon darüber berichtet). Auch Schreibwaren sind hier fast unerschwinglich, wie ich leider feststellen musste. Mann zahlt hier ca. den dreifachen Preis wie in Deutschland; zB. kostet ein normaler Schreibblock 1,50 Euro. Schnellhefter bekommt man nicht unter 1 Euro. Hätte ich das nur vorher gewusst. Ich habe nichts mit her gebracht...




Fr, 26.8.2011
Schon die erste Woche rum, das ging doch schnell! Mit meinen Kursen ändert sich nun doch noch einiges, weil ich heute in den SAP Kurs leider nicht rein gekommen bin und so fehlen mir 7 Credits. Außerdem erkennt die HS-Harz nur 3 Credits für Sprachen an. Ich belege zur Zeit aber 6. Die Arbeit, die man hier in einen Kurs stecken muss ist unvorstellbar. Man muss Berichte schreiben, Projekte für echte Unternehmen machen und nebenbei noch Prüfungen schreiben - und das alles nur für einen Kurs. Das bin ich von zu Hause wirklich nicht gewohnt, da gab es eine Prüfung und gut. Hier lernt man wahrscheinlich dann alles viel intensiver, was ja gut ist; aber ich muss mich erst mal daran gewöhnen.
Heute nachmittag waren wir auf einer kleinen Insel, Suomenlinna, vor Helsinki, 10 Minuten fährt man mit dem Boot dorthin. Wir haben eine ganze Weile dort verbracht, dort war früher eine Festung und es gab einiges anzuschauen. Am Besten war aber der Blick über das Meer. Ich war heute sogar "baden". Heut ists nämlich echt warm gewesen hier. Nix mit Eis und Schnee - noch nicht.

Danach waren wir noch auf einer Art Markt im Stadtzentrum, wo ich das erste Mal Rentierfleisch gegessen hab. War jetzt aber nicht so mein Fall.



Im Sommer ist hier wirklich ständig irgendwas los und so gehen wir heute Abend noch zur "Night of theArts".
Fazit: Ich muss mich doch etwas sorgen, dass ich hier früher oder später Probleme bekomme, weil ständig irgendwer irgendwo hin geht und man ja nix verpassen will - gleichzeitig soll man aber für jeden Kurs zig Arbeiten machen. Andere haben es ja auch geschafft.Ich frag mich dennoch die ganze Zeit: Wie soll das gehen???


So, 28.8.2011
Gestern war herrliches Wetter, es waren weit über 20 Grad und wir sind zum Strand gegangen. Ja, es gibt hier einen Strand! Helsinki liegt direkt am Meer, am Großteil der Küste sind nur Felsen aber es gibt auch Strände. Der Strand an dem wir waren, war auch gar nicht mal so klein und es war eine Menge los, ich vermute mal ein Fußballturnier. Es gab Musik und wir habens uns dort gut gehen lassen!


Abends war dann die "Back to Business" Party im Club namens Circus nahe das Bahnhofs. Wir haben noch auf dem Dach vorgeglüht, daher kamen wir erst ca 23.30 in der Location an. Überall, wo man hier hinkommt, gibt's den Nacht-Tarif. Die Getränke sind ab 23 Uhr gleich doppelt so teuer, bei Mac Donalds gibt es keine Burger mehr für 1€ und der Zug nach Hause kostet zwischen 2 Uhr und 4.30 Uhr auch extra; obwohl ich eine Monatskarte habe muss ich nachts trotzdem bezahlen.


Auf dem Bild bin ich mit Jasmin und Heiner, beide studieren auch an der Haaga-Helia aber Tourismus und sind daher auf einem anderen Campus. Wir wohnen aber alle in Junailijankuja und daher machen wir auch viel zusammen.

Mi, 31.8.2011
An der Hochschule hier ist wirklich nichts wie zu Hause an der HS-Harz. Zu erst einmal gibt es zu Beginn jeder Stunde eine Anwesenheitskontrolle; wenn man zu oft fehlt bekommt man eine schlechtere Note. Für meine Credits muss ich hier ganz schön schuften. Hier schreibt man nicht nur eine Prüfung am Ende des Semesters sondern man muss wärend die Vorlesungen laufen immer wieder mal eine Ausarbeitung einrechen, es gibt viel Projektarbeit und Präsentationen. Aber das alles in fast jeder Vorlesung. Ich denke, dass ich hier viel mehr lernen werde, durch die vielen Dinge, die man abgeben muss und die alle zur Note beitragen. Außerdem ist das Lernen hier wirklich sehr praxisnah; ich mache sogar zwei Projekte für echte Unternehmen. Das ist natürlich eine große Umstellung. Manchmal muss man hier eine ganze Hausarbeit innerhalb nur einer Woche verfassen, weil vorher die Aufgabenstellung noch nicht freigeschaltet ist. Wie ich das alles schaffen soll, weiß ich noch nicht. Aber irgendwie wird es schon werden.

Sa, 3.9.2011
Schon zwei Wochen hier studiert, die Zeit vergeht wie im Flug! Mein Bäri ist jetzt im Praktikum und da er noch kein Internet hat, können wir nur am Wochenende skypen. Aber ich schaffe das schon.
Gestern waren wir wieder feiern, der Club heißt Onnela. Es war ein riesen Spaß, da man keinen Eintritt zahlen musste und weil man Karaoke singen konnte! Das war was für mich. Diesmal sind wir auch nicht so spät nach Haus, so dass es ein runder, preiswerter aber super lustiger Abend mit genau den richtigen Leuten war!



So, 4.9.2011
Heute waren wir im Nuuksio Nationalpark. Wir sind erst mit dem Zug nach Espoo, eine Stadt westlich von Helsinki gefahren und dann mit dem Bus noch ca. 20 Minuten in die Natur. Dort gab es verschiedene Wanderwege und bei dem guten Wetter heute war auch einiges los. Wir haben viele Leute gesehen, die Beeren gepflückt und Pilze gesammelt haben. Die Finnen sind sehr naturverbunden, so war es auch auffällig sauber im Wald, obwohl es keine Müllemer gab. Nicht einmal Zigarettenkippen lagen rum. Wir haben dann auch brav alles wieder mitgenommen. In dem Nationalpark gab es einige Seen, die wirklich sehr hübsch anzuschauen waren. Außerdem kann man mit etwas Glück auch Flughörnchen und andere Tiere beobachten. Wir haben aber bis auf einen Specht nichts zu Gesicht bekommen. Trotzdem war es ein sehr erholsamer Tag, weg von der Stadt und Kontrastprogramm zum Lernen am Schreibtisch. Es gibt dort keine richtigen Berge aber dennoch ging es immer wieder auf und ab. Ich bin immer hinterher gekrochen, weil es so anstrengend war, wenn es bergauf ging. Hab so lang kein Sport mehr gemacht, dass ich keine Kondition mehr habe.



Mi, 7.9.2011
Mun nimi on Susi ja minä olen kotoisin saksalainen. Puhun saksaa, englantia ja vähän ranskaa. Minä olen kaksikymmentäneljä vuotias.
Finnisch ist wirklich nicht einfach. Ich hoffe einfach nur, die Lehrerin verlangt nicht zu viel von uns in der Prüfung! Es ist unglaublich schwer, sich die Wörter zu merken. Hier ein paar Beispiele:
Mitä kuuluu? - Wie geht es dir?
Hauska nähdäsinua. - Schön dich zu sehen.
En ymmärrä. - Ich verstehe nicht.
Hyvää yötä! - Gute Nacht!
Das sind noch die einfachen Sachen. viele Worte sind einfach unglaublich lang. Zugegeben, die Zahlen sind wirklich schnell gelernt, weil es keine Unregelmäßigkeiten gibt, sie hören sich nur unglaublich lustig an z.B. seitsemäntoista (17). Aber wenn ich dann höre, dass das Wort für "nein" ein Verb ist, das für jede Person entsprechend gebeugt werden muss, dann frag ich mich doch wieder, wie ich das alles schaffen soll. Ich muss ja auch noch Finnisch 2 belegen, da wird dann auf dem aufgebaut, was ich jetzt (nicht) lerne...

Do, 8.9.2011
Es konnte ja nicht ewig alles immer nur gut sein. Ich habe Nachbarn, die machen sich gar nichts draus nachts um 4 lauthals Lieder zu singen und Lärm zu machen, dass an Schlafen nicht mehr zu denken ist. Direkt über mir müssen die wohnen, ausgerechnet. Dabei ist mir Ruhe in meinem Zimmer wirklich wichtig... Wenn das noch öfter vor kommt, werd ich wohl auch mal die Security anrufen, das wird dan teuer für die Partyfreunde...
Heute abend waren wir auf einem Feuerwerk-Wettbewerb. Es waren tausende Menschen am Strand, um das Spektakel zu sehen, eine Stunde lang haben die Pyrotechniker ihr Bestes gegeben. Es war wirklich sehr schön und das Beste war, dass genau in dem Moment, als es angefangen hat, der Regen aufgehört hat. Morgen gehen wir in den Vergnügungspark Linnanmäki. Ich kann es kaum erwarten, ich liebe Achterbahnfahren!!

Mo, 12.9.2011
Auf Grund eines fehlenden Updates konnte ich meine Homepage ein paar Tage nicht bearbeiten, jetzt geht aber alles wieder (Bäri hat geholfen). Im Vergnügungspark Linnanmäki am Freitag war es super, ich war total glücklich, dass ich dort sein durfte. Haaga-Helia hat 20ig jähriges Bestehen und zu diesem Anlass hat die Hochschule den ganzen Park für drei Stunden nur für die Studenten reserviert und wir konnten kostenlos hin gehen. Normal liegt der Eintritt bei knapp 40 Euro! Ich hab mich gleich auf die gruseligsten Achterbahnen gestürzt und hatte einen riesen Spaß, damit zu fahren. Das letzte mal, dass ich das gemacht hab war glaub ich 2007 in den USA.




Am Samstagmorgen dann sind wir schon um 6 aufgestanden, weil wir nach Tallinn fahren wollten. Es war echt eine Quälerei um die Urzeit zum Hafen zu laufen. Leider hat sich dann raus gestellt, das auf der Fähre kein Platz mehr war. Wir waren alle sehr enttäuscht. Als wir nach Hause kamen, haben wir gleich online reserviert für kommenden Samstag. da sollte es dann klappen. Das Wetter war aber trotzdem super am Samstag und so waren wir auf einer kleinen Insel namens Seurasaari westlich des Stadtzentrums. Dort gab es fast nur Natur und in paar Häuser aus vergangener Zeit. Vor allem waren wir von den Eichhörnchen begeistert, die Kekse direkt aus unseren Händen gefressen haben.
Sonntag gab es gleich noch mehr Natur; wir waren in einem Nationalpark, der an die Stadt grenzt grillen. Aber auf Finnisch! Die Feuerstelle im Wald war öffentlich zugänglich und wir mussten zuerst einmal Holz suchen, um ein Feuer zu machen. Grillroste waren quasi nicht vorhanden, daher haben wir die Würstchen aufgespießt und über das Feuer gehalten. Hat aber trotzdem geschmeckt!

Di, 14.9.2011
Juhuuuuu!!! Ich hab heute meine erste 5 bekommen! Die 5 ist hier die beste Note die es gibt! Das kann gern so weiter gehen! Ansonsten hat es heute den ganzen Tag geregnet und es war nicht viel los. Mein Bäri fehlt mir sehr, weil wir nicht skypen können, daher ist es zur Zeit etwas schwierig alles.

Fr, 16.9.2011
Seit Sonntag habe ich die Sonne nicht gesehen. Die ganze Woche hats nur geregnet. Aber jetzt scheint sie gerade, ich hoffe das hält bis morgen an; da wollen wir ja nach Tallinn. Und das Beste ist: gestern habe ich im Internet unter Bäris Anleitung einen Flug gebucht und am 14. Oktober krieg ich Besuch!!! Dafür muss er jetzt jeden Samstag Überstunden schrubben aber das lohnt sich ja denk ich! Also noch vier Wochen und dann sind wir wieder zusammen, ich kanns kaum erwarten!!

Sa, 17.9.2011
Gestern war ich das erste mal hier in Finnland in der Sauna. Das gehört hier zur Kultur wie in Bayern das Oktoberfest. Hier im Wohnheim sind zwei Saunen und man kann drei mal die Woche zu bestimmten Zeiten kostenlos rein, das ist wirklich cool. Im Winter werd ich das wohl erst recht noch zu Schätzen lernen.
Heute waren wir dann in Tallinn, der Hauptstadt Estlands. Wir sind morgens um 8 mit dem Boot rüber gefahren, dauert nur 1,5 Stunden - und Abends dann wieder zurück. Wir haben uns hauptsächlich die Sehenswürdigkeiten der Altstadt angesehen, die mich im Übrigen sehr an Quedlinburg erinnert hat. Besonders gut hat mir eine russische Kirche mit ihren Zwiebelkuppeln gefallen, sowas hatte ich vorher noch nie gesehen. Wir haben dann einige Aussichtspunkte abgeklappert, und das lohnt sich wirklich meistens. Wir sind einen Kirchurm hochgekraxelt; 2 Euro haben wir dafür bezahlt, dass wir 264 mittelalterliche Stufen hochklettern durften. Aber das hat sich wirklich so sehr gelohnt, die Aussicht war toll. Man hat die ganze Stadt gesehen und das Meer und den Hafen und die ganzen Kirchtürme... Wirklich schön war das. Vor der Nachhausefahrt waren wir noch einkaufen. Ich hab tatsächlich um die 100 Euro an einem Tag ausgegeben. Ich muss gestehen, die Hälfte davon für Zigaretten. Aber die sollen auch bis nächstes Jahr reichen! Dann noch etwas Alkoholisches und jede Menge Souvenirs. Mein Lieblingsstück ist jetzt schon der Topflappen mit den Schafen drauf, der kommt in unsere gemeinsame Wohnung wenn ich wieder zurück bin!



Mo, 19.9.2011
Also hier ist doch wirklich verkehrte Welt. Wir haben die 20°C Marke jetzt gut zwei Wochen nicht mehr geknackt, wenns nicht noch länger ist. Tagsüber sind es zwischen 14 und 17 Grad, je nach Sonneneinstrahlung und nachts gehts runter auf 10°C, das sagt jedenfalls das Internet. Was ich nicht verstehe ist, warum die dann hier nicht mal die Heizung an machen! Aber das Beste kommt noch: vor der Tür unten bin ich vor ein paar Tagen ein paar Studenten begegnet, die auf dem Boden saßen. Bei 12 Grad Außentemperatur schon mutig, dachte ich mir und hab daraufhin nachgefragt, ob es nicht zu kalt wäre. NEIN war es nicht denn der Boden ist beheizt! Und nicht wenig, er ist richtig richtig warm, so warm wie meine Heizung eigentlich sein sollte! Wo ist denn da der Sinn? Schnee ist nun wirklich noch lang nicht in Sicht und selbst wenn, man muss doch den Boden nur knapp über Null halten, damt das Eis schmilzt. Aber ich vermute mal, es sind zwischen 30° und 40°! Ich verstehe die Finnen nicht...

Sa, 24.9.2011
Gestern ist für mich einer der größten Träume in Erfüllung gegangen, den man als Schokofan haben kann: Der Besuch einer Schokoladenfabrik inklusive der Möglichkeit, so viel Schokolade zu essen wie man kann! In die Produktion von Fazer haben wir nur durch ein Video Einblicke bekommen aber die viele Schokolade danach war einfach der Hit. Fazer ist ein finnisches Traditionsunternehmen und der Einzige Hersteller in Nordeuropa, der Schokolade mit frischer Milch macht. Der Besuch der Fabrik worde von Hoas, meinem Vermieter für Studenten aus unserem Wohnheim organisiert.


Für den Trip bin ich um 6 aufgestanden und noch vor dem Mittag waren wir wieder zurück. Zum Schlafen war aber keine Zeit, weil wir gleich darauf zur Hidden Helsinki Stadtralley für Studenten aufgebrochen sind. Dort haben 27 Teams an verschiedenen Checkpoints in der Stadt Kreativität, Intelligenz und Schnelligkeit unter Beweisstellen müssen. Das Beste Team kann eine Ballonfahrt gewinnen. Wir haben knifflige Aufgaben unter Zeitdruck gelöst, wildfremde Menschen auf Finnisch angesprochen und alles immer mit dem Blick zur Uhr, Timing war alles. Für mich war es ein riesen Spaß, ich liebe solche Veranstaltungen über alles. Die Organisation war (fast) perfekt und es hat uns nicht mal Geld gekostet. Der Gewinner ist noch nicht gezogen aber auch wenn unser Team nicht vorn mit dabei ist, hatten wir einen super Tag zusammen.
Als ich abends nach Hause kam, wollte ich nur meine Ruhe, weil der Tag wirklich anstrengend war. Leider hatte meine Mitbewohnerin aber wieder die ganze Etage eingeladen und so war es sehr laut in unserer Wohnung und ich bin nicht zur Ruhe gekommen. Erst am Mittwoch hatte ich mit ihr darüber gesprochen und heute früh dann auch gleich nochmal. Seit Mittwoch habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen, wegen der Partybesessenen hier. Auf Dauer würde mich das sehr belasten und ich hoffe, dass es jetzt besser wird.

Sa, 1.10.2011
Jetzt stehn die Prüfungen kurz vor der Tür und ich hab so viel zu tun, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Zu allem Überfluss hab ich auch noch heute und nächste Woche Samstag eine Vorlesung, also hat man nicht mal am Wochenende seine Ruhe. Gestern abend haben wir zur Entspannung eine Runde Poker gespielt. Da wir keine Pokerchips hatten, haben wir Nudeln benutzt. Es sind fast alle über das Wochenende weggefahren und daher haben wir quasi sturmfrei. Da machen wirs uns dann richtig gemütlich am Abend mit Kerzen und Snacks und quatschen und freuen uns, dass keiner da ist. Hat wirklich Spaß gemach und das machen wir auch bald mal wieder!

Mi, 6.10.2011
Das Semester hier ist in zwei Abschnitte geteilt und der Erste neigt sich dem Ende. Gestern hatte ich schon meine erste Prüfung und nächste Woche folgen drei weitere. Danach ist eine Woche frei und ich bekomme hohen Besuch.
Und dann habe ich mir heute eine kleine tragbare Heizung gekauft! Es ist so herrlich warm in meinem Zimmer jetzt! 20 Euro hab ich investiert, ich hoffe das Ding hält über den WInter.
Aber obwohl die Heizung tragbar ist werde ich sie wohl nicht mitnehmen, wenn ich mich mit ein paar Mitstudenten auf den Weg in den hohen Norden mache. Wir haben am Montag gemeinsam einen Trip gebucht; Anfang Dezember machen wir Lappland unsicher! Ich freu mich schon sehr darauf auch wenn da bestimmt -30 Grad sind und wir die Sonne wohl gar nicht zu Gesicht bekommen werden. Aber eine Erfahrung wird das und das gehört zu Finnland einfach dazu!
Dieses Bild vom Kuchen Backen letzte Woche wollte ich euch nicht vorenthalten. Er hat wirklich super geschmeckt und wir werden das bald mal wieder machen!




So, 9.10.2011
Es ist unglaublich. Heute war Quiznight. Da hat man in Teams zu je vier Leuten verschiedene Fragen beantwortet und es gab auch etwas zu gewinnen. Ja und wir haben den ersten Preis. Es war ein Kopf an Kopf Rennen aber wir haben uns durchgesetzt und haben tatsächlich Fährtickets gewonnen und zwar für 40 Personen. Es ist unglaublich. Wir haben da echt alles abgeräumt. Ich dachte ich träume aber es ist war. Hier ist der Beweis. Jedes Ticket auf dem Bild ist für 4 Personen. Also wenn mich noch jemand besuchen kommen will bis Dezember, können wir zusammen nach Stockholm cruisen



Mi, 12.10.2011
So, alle Prüfungen vorbei, es sind sorgar schon ein paar 5 bei rausgekommen! Alle Ergebnisse hab ich aber noch nicht. Generell muss ich sagen sind die Prüfungen hier nicht so aunspruchsvoll wie zu Hause und auch die Bedingungen, unter denen sie abgelegt werden sind recht lasch. Da schreibt man in einem Seminarraum mit 40 Tischen und da werden die Tische eben 5 - 10 cm auseinandergerückt. Es bringt also quasi gar nichts.
Dann war ich gestern im Büro der Viking Line von denen wir die Tickets gewonnen haben und hab für Bäri und mich die Fähre gebucht. Auf der Buchungsbestätigung steht Gesamtpreis: 0,00 Euro. Total cool!

Sa, 29.10.11
Ja, ich war beschäftigt. Mit Bäri habe ich eine Woche lang Helsinki und Stockholm unsicher gemacht. Am Samstag hatte ich alle meine Freunde eingeladen und ich habe etwas gekocht was auch alle gern mochten. Das war ein sehr schöner Abend und Bäri konnte alle kennen lernen, auch wenn er Schwierigkeiten mit den Namen hatte. Am Tag darauf haben wir zu zweit Sushi gemacht, das war ein Erlebnis. Wir hatten das beide vorher nie ausprobiert, aber dafür hat es gut geklappt denke ich. Wir hatten den Abend sturmfrei und das haben wir auch richtig ausgenutzt. Sonst koche ich in meiner Küche nämlich nie.
Am Dienstag nachmittag gings dann nach Stockholm. Das war auch sehr aufregend, da wir noch nie auf einem so großen Boot waren wo man auch übernachten kann. Aber dass es so unvergesslich werden würde, hätten wir doch nicht gedacht. Ein paar Stunden nach Abfahrt fing es immer mehr an zu wackeln und zu schaukeln. Erst fanden wir es noch lustig, dass man durch die Gänge lief als wäre man betrunken aber nach einiger Zeit mussten wir und beide hinlegen und konnten uns nicht mehr rühren. Wir waren in einem extrem starken Sturm und die Wellen waren Meterhoch. Unser Magen fuhr Achterbahn und an Schlaf war nicht zu denken. Zwischenzeitlich habe ich auch etwas Angst bekommen, da es sich manchmal angehört hat, als wäre das Boot irgendwo dagegen gefahren. Aber es war nur das Wasser. Wir sind unbeschadet in Stockholm angekommen.
Die Stadt selber ist wirklich sehenswert; leider hatten wir nicht so viel Zeit. Wir haben und den Tausch der Wachen am Palast angesehen, welcher von einer großen Zeremonie begleitet wird, dann haben wir ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut, etwas gegessen, Karten geschrieben und schon mussten wir wieder auf die Fähre. Es war schön aber doch zu kurz. Aber beschweren will ich mich nicht, es war ja kostenfrei!
Die Rückfahrt verlief dann ohne Probleme, so wie es eigentlich sein soll; man merkt fast gar nicht, dass man auf dem Wasser ist. Bäri, der Anfangs gar nicht auf ein Boot wollte, hat sich wirklich gut geschlagen. Ich bin stolz!
Als wir wieder kamen haben wir und am Abend mit ein paar Freunden zum Kuchen backen und Karten spielen getroffen. Wir haben alles Mögliche gespielt und vor allem vom Wendy aus Hong Kong konnten wir eine Menge lernen. Am nächsten Tag waren wir bei de Bridge of Love, wo wir unsere Liebe mit einem Schloss verewigt haben. Den Schlüssel haben wir aber behalten, man weiß ja nie ^^ Nein, Spaß. Wir wollen es eventuell noch mal gegen ein schöneres austauschen.

Nachdem ich Bäri ann unter Tränen verabschiedet hatte, musste ich auch schon wieder für die nächste Prüfung lernen, die ich gestern geschrieben hab. Das Studium nimmt jetzt wieder eine Menge Zeit in Anspruch. Ich habe drei neue Kurse und drei die aus der letzten Periode noch weiter gehen. Es stehen viele Projekte an bis Dezember. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, abends nach nebenan in die WG zu gehen und dort mit Wendy, Sandi, Vicky und Zuzana zu kochen. Das ist immer eine tolle Abwechslung und vor allem ist es super interessant zuzusehen, was Wendy so zaubert. Wir dürfen auch immer probieren!
Am Mittwoch haben wir dann aber mal typisch Finnisch gekocht. Für uns AUstauschstudenten wurde ein Abend organisiert wo wir traditionelle finnische Gerichte selbst zubereiten konnten. Leider weiß ich nicht mehr wie das alles hieß, nur, dass Rentierfleisch dabei war. Aber es war auf jeden Fall sehr lecker und super lustig!

Di, 8.11.2011
Jetzt ist es schon ziemlich dunkel hier in Helsinki aber es stört mich (noch) nicht besonders. Ich habe immernoch viel zu tun und abends koche ich mit den Anderen. Wir machen jetzt jede Woche einen Theman-Abend, da kocht jeder etwas aus seinem Land. Ich habe letzte Woche Toast Hawaii gemacht. Es ist zwar nicht typisch deutsch aber Hauptsache, es hat allen geschmeckt.
Die Zeit hier vergeht wirklich wie im Flug.
In der letzten Zeit sind mir meine Mitbewohnerinnen ganz schön auf die Nerven gegangen, weil sie so viel feiern und natürlich laut dabei sind. Daher habe ich mal nachgedacht und bin mit Hilfe einer Freundin auf die Idee gekommen, dass ich ja mit einem Mädel das Zimmer tauschen könnte, die sich mit meinen Nachbarn gut versteht. Jetzt habe ich beim Vermieter angefragt und warte auf eine Antwort.

Mi, 30.11.2011
Heute ist ein sehr glücklicher Tag. Ich fühle mich einfach rund um gut. Dunkelheit, Wolken und Regen stören mich genauso wenig wie lärmende Nachbarn. Heute fahre ich mit meinen Freunden nach Lappland und ich kann es einfach kaum erwarten! Die Zeit wird unvergesslich, ob nun Schnee liegt oder nicht. DIe Zeit, die wir zusammen verbringen werden, kann uns keiner mehr nehmen. Und als ob ich nicht schon glücklich genug wäre heute habe ich auch noch eine Note für eine der beiden Prüfungen von gestern - und natürlich eine weitere 5! Ich grinse übers ganze Gesicht!!

Mehr Fotos gibt es unter Fotoalbum Helsinki


Di, 6.12.2011
Heute ist Unabhängigkeitstag in Finnland. Das heißt es ist Feiertag und alle Geschäfte und Unis sind geschlossen. Über nacht ist auch etwas Schnee gefallen.
Jetzt möchte ich aber erstmal von Lappland erzählen. Die Reise war wirklich super schön.Wir (das sind Zuzka, Sandi, Wendy, Vicky und ich) sind Mittwoch Abend mit dem Bus losgefahren und haben eine unruhige Nacht mit wenig Schlaf verbracht, da ein Bus natürlich keine Betten hat.
Tag 1
Am nächsten Morgen haben wir in Rovaniemi das Arktische Museum und den Weihnachtsmann besucht. Rovaniemi liegt auf dem Polarkreis und von dort aus waren es noch 300 weitere km bis zu unserem Ziel Inari im Norden Lapplands. In Rovaniemi lag leider kein Schnee mehr, da es schon eine Weile taute als wir ankamen. Es hat sogar etwas geregnet, was uns natürlich nicht so gefreut hat. Am späten Nachmittag sind wir mit dem Bus dann weiter gefahren und abends um ca. 21 Uhr waren wir endlich in unserer Holzhütte angekommen. In der Hütte haben wir zu zehnt gewohnt, ein Bad und zwei Kochplatten geteilt. Da musste man schon mal ne Stunde anstehen bis man Duschen konnte. Ich hab in der Zwischenzeit dann einfach etwas Finnisch gelernt. Auch in Inari lag nur noch wenig Schnee, die Straßen und Wege waren vereist. Natürlich mussten wir abends noch in die Sauna, das war ein Muss - genauso wie das Baden im eiskalten See danach aber dafür war ich noch nicht bereit am ersten Abend. Ich habe dann noch für alle Eierkuchen gemacht, viele wollten aber gar nicht weil sie vom Essen schon so satt waren. Zuzka wollte eigentlich schon einen, irgendwie hab ich sie aber voll ignoriert. Nachdem ich den restlichen Teig weggeschüttet habe, weil ja keiner mehr wollte, hat sie mich dann gefragt, wo ihr Eierkuchen ist, und da hab ich das erst gemerkt! Oh es tat mir sooo Leid und ich hab ihr dann für den nächsten Abend einen versprochen! Wir waren nachts noch lange auf und haben erzählt bis wir endlich totmüde ins Bett gefallen sind.
Tag 2
Heute auf dem Programm: Überlebenstraining. Wir sind ca. 9 Uhr mit dem GPS in den Wald aufgebrochen, um verscheidene Wegpunkte ausfindig zu machen. Da war es noch stockfinster. Langsam fing es aber an zu dämmern aber da es stark bewölkt war und nur wenig Schnee lag war es ein verlorenes sehnsüchtiges Gefühl, das mich ergriff wärend ich mit den anderen durch die verlassene Landschaft stapfte. Als wir auf einmal vor einem kleinen vereisten See standen, waren wir unsicher, ob wir dem GPS geradewegs über den See folgen sollten. Wir haben es aber gewagt und wie uns verher gesagt wurde war es in der Tat sicher, das Eis war ca. 20 cm dick. Nachdem wir die Schnitzeljagt erfolgreich mit dur einer fehlenden Antwort beendet hatten, gab es eine deftige Suppe am Lagerfeuer aus traditionellem holzgemachtem Geschirr. Als wir beim mittag saßen fing es dann auch an zu schneien. Wendy war außer sich, sie hatte das zuvor noch nie erlebt.
Nach dem Essen haben wir uns auf dem besagten See im Eisfischen versucht. Zuerst wurde mit einem scharfen Werkzeug ein Loch von ca. 15 cm Durchmesser gebohrt. Darin haben wir den Köder herabgelasssen. Leider waren wir nicht so erfolgreich beim Fischen aber es war trotzdem lustig! Als nächstes sind wir zurück zur Unterkunft, haben die Ski geschnappt und haben uns im Langlauf versucht. Die Bedingungen mit wenig Schnee und viel Eis auf den Wegen waren erschwert, aber es hat mir trotzdem unheimlich viel Spaß gemacht. Die anderen hatten so ihre Probleme, da sie bis auf Sandi noch nie zuvor auf Ski standen. Ich konnte mich nicht beherschen herzhaft zu lachen wenn sich alle paar Minuten jemand mit einem Kreischen in die Waagerechte verabschiedete. Zum Glück hat sich niemand ernsthaft verletzt.
Am Nachmittag stand dann noch der Besuch einer Rentierfarm auf dem Program. Dort waren wir ca. 14.30 und es war wieder dunkel. Insgesamt hatten wir vielleicht 4 Stunden Tageslicht, wobei die Sonne es aber nie über den Horizont geschafft hat. Der Besitzer der Rentierfarm war ein Sámi, das sind sozusagen die Eingeborenen Lapplands. Sie haben eine traditionelle Kultur, Lebensweise, Kleidung und auch ihre eigene Sprache. Wir haben viel Über Rentierhaltung und die Sámi Kultur erfahren und durften dann auch mit den Rentierschlitten fahren. Gut, dass die wussten wo die lang müssen, ich habe nicht viel gesehen!
Abends haben wir dann ein Feuer im Kamin userer gemütlichen Hütte gemacht, gekocht und danach sind wir natürlich wieder in die Sauna. Dieses Mal musste ich mich dem Gruppenzwang beugen und auch in den See steigen. Oh man war das kalt!! Aber es war trotzdem super cool, ich hätte nich gedacht, dass man sich danach so gut fühlt! Das will ich jetzt öfter machen. Leider geht das in Helsinki aber nicht, es fehlt der See.
Nach der Sauna hat Zuzka dann den Vodka rausgeholt. Ich werde diese Abende nie vergessen, ich habe so viele neue Trinkspiele kennen gelernt, von denen ich eins besonders in mein herz geschlossen hab, weil wir nur am Boden lagen vor Lachen.
Neben dem ganzen Spaß haben wir dennoch immer wieder sehnsüchtig zum bewölkten Himmel hinauf geschat, denn das Highlight dieser Reise sollte unbezahlbar sein: die Nordlichter. Verzweifelte Blicke aus dem Fenster halfen in dieser nacht nichts, es blieb dunkel.
Tag 3
Nach nur 3 Stunden Schlaf mussten wir uns schon wieder aus dem Bett quälen, da wir schon um 7 zum Artischen Ozean nach Norwegen aufgebrochen sind. Der Fjord, zu dem unsere Reise führte heißt Varangerfjorden. Unterwegs konnten wir  die wunderschöne norwegische Landschaft bewundern mit von der Eiszeit rund geschliffenen, schneebedeckten Bergen, Sumpflandschaften, vereisten Seen und rauschenden Flüßen. Das Bild wurde durch einen unendlich langen (fast) Sonnenanfgang mit allen erdenklichen Farben abgerundet. Sonst gab es nicht viel auf dem Weg. Hin uns wieder eine Hütte. Wie es sich da wohl lebt, habe ich mir gedacht...
Als wir gegen Mittag in einem 200 Seelen Dorf ankamen hatten wir Tageslicht um uns der Herausforderung zu stellen. Der arktische Ozean wird durch den Golfstrom "beheizt, daher war kein Schnee und Eis zu sehen. Kalt war es trotzdem. Die Sauna allein war schon die erste Hürde. Es gab keine Dusche und nur einen klitzekleinen Umkleideraum, der nicht beheizt war. Den haben wir Mädels uns geschnappt; die Jungs mussten sich draußen im eisigen Wind umziehen! Dann gings ab in die Saua wo ein Aufguß den nächsten jagte, damit man möglichst schnell ins Schwitzen kam, denn wir hatten nur eine Stunde Zeit bis der Bus weiterfuhr. Mehr oder weniger warm war uns also als wir nur mit Bikini und Handtuch bekleidet den steinigen Weg zum Strand antraten. Man musste sehr aufpassen wo man hintritt auf den ca. 100 Metern. Am Strand angekommen war mir schon bitter kalt... Aber jetzt gab es kein zurück mehr. Schnell einem der Schaulustigen das Handtuch und die Kamera in die Hand gedrückt und hinein in den arktischen Ozean! Jetzt nur nicht nachdenken! Es war eisig, wie nicht anders zu erwarten! Kurz bis zum Hals abtauchen, fürs Foto lächeln und nichts wie raus aus dem Salzwasser! Ich hatte es wirklich getan! Noch kurz vor der Reise hätte ich im Traum nicht gedacht, dass ich das machen würde! Und das beste: ich bin nicht einmal krank geworden!
Nach em Baden wartete ein King Crab Sandwich und heiße Getränke auf uns. Nach dem  Snack brachen wir schon wieder auf und wärend es langsam dunkel wurde und die ersten Sterne zu sehen waren, bereiteten wir uns mental auf eine Nacht mit hoffentlich vielen bunten Nordlichtern vor.
Abends nach dem Essen sind wir dann noch mal in die Sauna gegangen, weil es unser letzter Abend vor der Weiterreise war. Also wieder ganz normal halb nackt durch die Kälte durch den Schnee bis zur Sauna gestiefelt, drin gesessen bis man sich bereit gefühlt hat in den See zu steigen und dann wieder den kurzen Weg zum Steg genommen. Bis dahin alles wie immer. In dem Moment rauft Sandi auf einmal: Was ist das? Alle gucken verdutzt. Und als auch ich meinen Kopf zum Himmel aufrichte höre ich die anderen schon kreischen: Das sind die Nordlichter!!! Ein schwacher grüner Schimmer erstreckte sich über den gesamten Himmel. Nein zwei; sogar drei breite grüne Streifen. Jetzt aber nichts wie in den See, wieder raus, unter die Dusche, anziehen und raus ins Freie! Das unglaubliche, heißersehnte, nnbezahlbare Urlaubshighlight zeigte sich ganz ohne Voranmeldung und passte natürlich nicht in unsere Abendplanung. Schreiend, kreischend und einfach nur euphorisch rannten wir nach Hause. Als wir fertig mit Umziehen waren, hatten auch alle anderen schon gemerkt, was los war. Wir haben uns dazugestellt und sprachlos zum Himmel gestarrt. Es war genauso unbeschreiblich, wie ich es mir vergestellt hatte. Ich war voller Euphorie.
Ca. eine Stunde dauerte das Spektakel. Dann war es auch schon kalt und wir sind wieder rein gegangen. Jetzt war alles gut, nichts konnte uns mehr den Urlaub verderben.Die Nordlichter nicht sehen zu können, war unsere allergrößte Sorge gewesen. Und wir hatten wirklich Glück, denn diese war die einzige klare Nacht. Danach haben wir uns einer slovakischen Spezialität gewitmet, die man wohl am ehsten mit Kräuterlikör vergleichen kann. Wieder ein fröhlicher Abend mit Trinkspielen und viele unvergesslichen Momenten, die sich schwer in Worte fassen lassen, die ich aber hoffentlich nie vergessen werde.
Tag 4
Am nächsten Morgen war Aufbruchsstimmung, denn auch wenn unser Urlaub noch nicht vorüber war, Inari mussten wir schon verlassen um in eine nahegelegenes Skigebiet und von dort aus direkt nach Hause zu fahren. Der Tag war vollgepackt mit Aktivitäten, die typisch sind für die Region. Zuerst konnten wir den Huskyschlitten ausprobieren. Das war ein hölzerner Schlitten mit 5 niedlichen Huskys vorne dran. Ich bin mit Zuska gefahren; einer stand und hat gebremst und der andere saß einfach und hat die Winterlandschaft genossen. Inzwischen war die Schneedecke nämlich immer noch dünn aber frisch und nicht mehr am tauen, weil es kalt genug war. Als die beiden vor uns los gefahren sind, hab ich allerdings einen riesen Schreck bekommen, denn der Schlitten ist auf die Seite gefallen und das Mädel was drin saß, wurde ein Stück mitgeschliffen. Ihr war zwar nix passiert aber mulmig war mir trotzdem. Zum Glück ging bei uns aber alles gut. Danach
gab es heiße Getränke und ein Würstchen am Lagerfeuer bis wir zur Fahrt mit dem Snowmobil antreten durften. Zuerst bekamen wir das passende Outfit: einen dicken winterfesten Overall, Stiefel und einen Helm. DIe Dinger können nämlich bis zu 100 km/h schnell werden. Wir fuhren immer zu zweit auf Einem in der Kollone. Nun konnte es los gehen. Daumen aufs Gas und ab die Post! Dachten wir jedenfalls. Leider war aber immer irgendjemand vor uns super ängstlich und so sind wir die meiste Zeit mit nicht mal 20 km/h dahingetuckert! Das war wirklich ärgerlich. Wir haben dann versucht abzubremsen und underen Vordermann vorneweg fahren zu lassen um Abstand u gewinnen und zu beschleunigen aber der Spitzenwert, den wir erreichten lag bei 40 km/h und das auch nur für einige Sekunden. Ach ich hab nmich geärgert, ich konnte das einfach nicht verstehen, wieso die vor uns so rumgelahmt haben! Ich meine das ganze hat ja auch ne Menge Geld gekostet. Aber es war einach nix zu machen. Daher ging bei uns auch das Snowmobile als Slowmobile in die Geschichte ein. Als Zuzka das rausgehaun hat, hab ich mich fast weggeschmissen!
Den ganzen Urlaub lang hatte ich noch nicht wirklich die Möglichkeit gehabt, mein Finnisch auszuprobieren und so erfasste ich die Gelegenheit als wir den Weg zum Mittagessen nicht wussten. Selbstbewusst stolzierte ich auf den nächsten Finnen zu um zu fragen ob er Englisch spricht und wo der K-Markt ist. Leider hab ich mich furchtbar verhaspelt und konnte lediglich sagen "wieviel..." und dann nur noch "shit" und dann hab ichs doch auf English gemacht. So ähnlich war mir das noch zwei mal passiert kurz darauf und es war schon sehr peinlich teilweise und vor allem super lustig für Zuzka, die sich net so schwer tut mit der Sprache. Trotz dieser furchtbaren Niederlagen werde ich dennoch nicht aufgeben!
Danach waren wir noch Schlitten fahren. Inzwischen schneite es recht stark. Die Schlitte gab es kostenlos in einem Hotel und die ewig lange Piste war nur ein paar Minuten Fußweg entfernt. Wir sind ca.10 Minuten lang den Berg hinauf gekraxelt, bis wir keine Lust mehr hatten. Dann gings abwärts. Mit den Füßen vorn weg zum Lenken gins in fisterer Nacht ohne Beleuchtung den Berg hinunter. Man knónne nur erahnen wo es lang geht, weil rund rum Bäume standen und der Weg durch den Schnee hell war. Der Berg war recht steil und so wurde man recht schnell. Der ganzew Schnee flog mir ins Gesicht, so dass ich kaum noch gucken konnte! Unten angekommen waren wir alle ziemlich weiß und kurz darauf ziemlich nass. Aber das wars wert. Nach dieser kleinen Spritztur ging es wieder Richtung Heimat Helsinki wo wir am nächsten morgen ankamen.

Do, 9.12.2011
Wenn ich aus dem Fenster schaue, fegt der Schnee senkrecht hier vorbei - es ist ein Schneesturm!
Heute war die Präsentation für unser Kostenrechnungsprojekt und die Lehrerin meinte, wir wären zu sehr ins Detail gegangen! Ich war geschockt, denn nun ist meine Gesamtnote in Gefahr. Nun muss ich zittern und bangen bis nächste Woche die Noten feststehen!

So, 18.12.2011
Ich bin gut wieder in Deutschland gelandet. Am Freitag haben wir noch mal alle zusammen viele Dinge gemacht. Zurest waren wir beim Lasertag, danach Lecker essen, dann Eislaufen und abends noch feiern. Der Tag war noch mal richtig schön aber um so schwerer war es gestern allen tschüss zu sagen. Zuerst ist Sandi abgereist, schon früh hat sie uns alle wach gemacht um sich zu verabschieden. Wendy hat angefangen zu weinen, dann haben Sandi und ich auch geheult. Es war wirklich sehr traurig. Danach gab es lecker Mittagessen. Wendy hat noch ein letztes Mal ihre Kochkünste unter Beweis gestellt und wir haben zusammen lecker gegessen. Zwischendurch musste ich alles packen und kurz nach dem Essen musste ich dann auch los. Es fiel mir wirklich schwer. Wir wollen uns zwar alle wieder treffen aber es ist ungewiss wann das sein wird. Ich war unendlich traurig als ich meine Koffer in den Fahrstuhl gehieft habe und als sich die Tür schloss und Zuzka und Wendy mir winkten und sagten, wie gern sie mich hatten fing ich noch mal richtig an zu heulen.
In Deutschland angekommen war alles so unwirklich. Überall sprechen Leute Deutsch. Wenn ich jetzt auf Finnisch oder auf Englisch etwas sage, gucken mich alle komisch an. Ich glaub, zurückkommen ist noch ein Bischen schwerer als weg zu gehn.
Trotzdem freue ich mich natürlich, alle meine Freunde, Familie und vor allem meinen Bäri wieder zu sehen. Die 4 Wochen in Deutschland werden wie im Flug vergehen!
PS: Mit der Note hat alles geklappt (betrifft den Eintrag vom 9.12.)!

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