Wesser 2009

2.8.09

Pünktlich um 7.00 klingelt der Wecker aber das war mir nach dem langen Abend zu vor doch noch etwas zu früh und ich hab mich noch mal rumgedreht.

Als ich es gegen 8.00 aus dem Bett geschafft hatte, wurde der Koffer fertig gepackt und nach 3x noch mal aufmachen und noch was reinquetschen war ich auch der Meinung, alles dabei zu haben, was man innerhalb von 5 Wochen vermissen könnte.

Noch vor dem Mittagessen stieg ich in den Zug um meine verhältnismäßig kurze aber doch zeitintensive Reise anzutreten. Die Fahrt verlief ohne nennenswerte Komplikationen und so kam ich nach 8 Stunden in Crailsheim (bei Stuttgart) an, wo mich mein Schulungsleiter und weitere Teilnehmer schon erwarteten.

Mit den Mietautos ging es dann noch mal über ein paar Dörfer bis wir in der Pampa waren, weit und breit nur Gras, Zäune und Wiederkäuer. Hier gibt es weder Internet, noch Zigaretten - also nichts für schwache Nerven. Stattdessen wird man von einer großen braunen Kuh angegrinst, wenn man einen Fuß vor die Ferienwohnung setzt, in der ich erstmal eine Woche mit 6  weiteren Leuten exklusive Schulungsleiter untergebracht bin.

Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden die groben ablauftechnischen Sachen durchgesprochen und dann war noch Zeit zum Relaxen und sich gegenseitig kennen lernen.

Mal sehen, was die Zeit hier so bringen wird, ich bin gespannt, genau wie meine Mitstreiter.

 

3.8.09

Heute war noch ein relativ ruhig Tag, konnten ausschlafen und haben ab Mittag Schulung gehabt. Alles durchgekaut von „Wer sind die Johanniter“ bis „ Wie reagiere ich, wenn die Leute mit Ausreden kommen“. Rundum gut vorbereitet bekamen wir noch n Packen Hausaufgaben. Abends um 21 Uhr gabs dann was Leckeres zu Essen und dann chill out

 

4.8.09

Ein weiterer relaxter Tag, zumindest am Vormittag, saßen im Garten und haben unsere Texte studiert. Nachmittags gings dann los mit Rollenspielen, jeder musste mal ran und zeigen, was er bis dahin schon konnte. Naja, wir haben natürlich alle eher mäßig abgeschnitten aber Übung macht den Meister.

Abends war ich mit Kochen dran, hab ich auch ganz gut hinbekommen, man bemerke, dass es was anderes ist für 8 Personen als für 2 und daher war es auch etwas zu wenig. Unser Temanleiter isst auch noch extra viel, also praktisch für 3. Aber immerhin hats allen geschmeckt.

 

5.8.

Der erste Tag richtig arbeiten und das böse Erwachen. Man, der Job ist echt so schwierig, wies unser Teamleiter gesagt hat, wenn nicht schon eine Mission Impossible. Er hatte mit allem Recht, die Leute freuen sich in aller Regel nicht wenn du sie grad beim Essen, beim Schlafen oder selbst beim Nichtstun störst! Trotzdem war ich verhältnismäßig erfolgreich am ersten Tag. Aber abends war ich echt tot, war als allererstes im Bett, ich konnte echt nicht mehr. Wir fangen ja 11 Uhr an mit der Team- und Gebietseinteilung, dann sprechen wir noch ein paar Sachen durch und dann gehts ab, bis dort wo wir arbeiten sind wir aber auch noch ne knappe Stunde unterwegs jeden Tag. Dann 8 Stunden Klinken putzen, da haben wir also 21 Uhr Feierabend. Dementsprechend spät gibts auch Abendessen, wird dann in meist schon 23 Uhr bis wir essen.

Trotz allem ist das Team hier aber echt super und die anderen verstehen es einen wieder aufzubauen. Schönen Gruß von Lisa soll ich sagen (Achtung Insider)

 

6.8.

Ein Tag wie auch der gestern, wenig erfolgreich aber umso anstrengender. Abends war ich mit meinem Partner zum Kochen eingeteilt. Es hat eigentlich auch alles gut geklappt, war halt super Teamwork!

Beim Essen abends erzählt dann jeder so von seinem Tag und seinen Erfahrungen mit den Leuten an der Tür und da gibt es immer jede Menge zu lachen, weil manche wirklich die krassesten Leute da erleben. Also der Gesprächsstoff geht uns hier nie aus aber irgendwann müssen wir natürlich auch noch schlafen.

 

 

 

 
 
 

 

 
 
 

 

 

 

7.8.

 

 

 

 

 

 

 
 
 

 

 

 

Mein Teamchef meint, ich bin super im Argumentieren aber da ich mich wohl auch freuen würde, wenn die Leute nicht mitmachen, fiele es ihnen nicht sonderlich schwer mich abzuwimmeln. Die anderen haben heute, bis auf Einen, schon echt n guten Tag gehabt, ich war die Einzige, die ihre Leistung heute nicht steigern konnte, was mich natürlich sehr geärgert hat. Bis zum erfolgreichen Werber hab ich noch einen steinigen Weg vor mir denk ich. Andererseits sehe ich die Sache aber auch locker, es war halt n Experiment mehr oder weniger, wenn es klappt ist das toll wenn nicht, hab ich es halt versucht und trotzdem viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Und gaanz so schlecht mach ich das ja nun auch wieder nicht

 

 

8.8.

Letzter Tag und trotzdem nicht so viel Glück, lief aber dennoch besser als die Tage zuvor. Abends, nachdem wir erfahren hatten, in welches neue Team wir kommen und 2 von uns nach Hause geschickt wurden, haben wir noch sehr lange zusammen gesessen, war schließlich das letzte Mal in der Konstellation. Hatten ne Menge Spaß.

 

9.8.

Heut hieß es sehr früh aufstehen, ausziehen und lange Bahn fahren. Haben uns alle verabschiedet, was nicht einfach war, denn wir waren echt ein super Team – und dann ging es weiter in den Einsatz. Bin noch mit einem Kollegen zusammen mit dem Mietauto nach Stuttgart gefahren und von da mit dem Zug weiter.

Abends wurde ich vom Bahnhof in Altenstadt von meinem neuen Teamchef abgeholt und hab auch gleich alle neuen Leute kennen gelernt. Das erste was denen eingefallen ist war mich erstmal gründlich zu Das Team ist ganz anders, sind auch schon 2 Profis dabei. aber wird bestimmt trotzdem cool. Habe abends mit Ilay noch lange gesessen und gequatscht bis ich todmüde ins Bett fiel.

 

10.8.

Der erste Arbeitstag ist echt wahnsinnig gut gelaufen, ich konnte es selbst gar nicht glauben. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich verdammtes Glück hatte. Die anderen sagen „Je mehr man übt, desto mehr Glück hat man.“ Ist möglicherweise auch was dran...

Abends ist immer jemand zum Kochen eingeteilt, allerdings Hatten die Männer noch ne Krisensitzung und daher hab ich schon mal die Nudeln aufgesetzt. Da die Jungs nicht fertig geworden sind, hab ich die Nudeln halt auf dem Feuer gelassen und als wir dann serviert haben, war es die übelste Pampe. Da hab ich mich auf jeden Fall schon mal unbeliebt gemacht, was diesen Punkt angeht, denn wir essen ja den ganzen Tag praktisch nichts und da sollte es doch abends wenigstens schmecken...

Ansonsten ist das Team aber echt in Ordnung. Bin zwar grad mit den Jungs allein aber ich hab die schon unter Kontrolle Am Wochenende soll auch noch ein Mädel dazukommen, die wird dann mit in meinem Zimmer schlafen.

 

11.8.

Eigentlich ist es schon witzig hier. Bin zwar mit Patrick der einzige Newcomer im Team aber irgendwie ist das ja grade ein Ansporn, gute Werte abzuliefern. Was die Profis nach Haus bringen, davon kann ich natürlich nur träumen aber ich bin die erste Woche da und da ist es ja klar, dass ich da (noch) nicht mithalten kann.

 

12.8.

Krasser Tag.  Ilay, der ja schon Profi ist, hat die letzten Wochen schlecht geschrieben und abends hat Yusuf, unser Teamchef gesagt, er muss nach Hause fahren bzw. zumindest das Team wechseln. Ich war echt traurig, weil wir uns gut verstehen und er mich immer gut aufbauen konnte. Und nur noch zu viert im Team ist auch doof...

 

13.8.

Nach mal wieder viel zu wenig Schlaf, bin ich noch total verpennt aufgestanden, um noch Tschüss zu sagen. Da aber in keinem Team zur Zeit ein Platz frei war, hat Ilay noch mal eine Gnadenfrist bekommen. Hab mich echt gefreut!

Abends waren wir zur Feier des Tages Döner essen, Yusuf hat uns eingeladen, weil wir alle einen super Tag hatten. Sonst fahren wir ja nach der Arbeit, also so gegen 22 Uhr erstmal noch einkaufen und kochen dann, is dann sozusagen immer Mitternachtsschmaus, was wir noch machen – heute hatten wir dann am Abend natürlich noch etwas mehr Zeit.

 

14.8.

Als Werber, da erlebt man schon so Sachen. Da hat man nach 4 Wochen genug Stoff für ein Buch. Jeden Tag ist wieder irgendeine Geschichte dabei, die es Wert wäre, veröffentlicht zu werden. Sei es die Frau, die aus dem riesigen Haus kommt, wo 2 Cabriolets davor stehen und sagt, sie hätte kein Geld oder der Arbeitslose, der einen in seine Kellerwohnung bittet, einen ne halbe Stunde lang zuquatscht und am Ende stellt sich raus, dass er keine Vollmacht über sein Konto hat. Es gibt Leute, die gucken einen nur an und sagen gar nichts, andere sind so misstrauisch, dass sie einem noch nachspionieren, als käme ich von der Mafia oder so. Hab auch schon Sätze gehört wie: Die Johanniter sind mir suspekt. Es reicht mit schon, wenn die Schule nach denen benannt ist. Oder: Das haben sie aber schön auswendig gelernt. Andere wiederum machen die Tür auf, ich sag meinen Text: Bla bla bla... ...da machen sie doch auch mit!? – „Ja klar“ hör ich dann nur und schreib auf.

Hinter welcher Tür einen was für ein Mensch erwartet, das kann man nie wissen, bis sie aufgeht. Ist also schon ein spannender Job.

 

14.8.

Ich habe meine erste Woche mit überdurchschnittlichem Erfolg abgeschlossen. Alle reden schon über mich, ich find es echt unheimlich...

Abends waren wir mit dem Team aus Wetzlar in einem Club und es war echt cool, sind alle voll nett. Wir sind erst 2.30 dort angekommen und natürlich geblieben bis die zu gemacht haben, danach haben wir in der Wohnung noch weitergefeiert, bis die Sonne schon am Himmel stand und wir letztendlich doch ins Bett gegangen sind.

 

18.8.

Diese Woche läuft es noch nicht so gut für mich. Ich hab gleich gesagt, es war Hexerei was letzte Woche passiert ist... Trotzdem bleib ich dran und hoffe einfach, dass es morgen besser wird. Der Teamchef ist grade außer Haus, sind also nur zu viert. Langsam nervt es schon mit den Jungs hier allein zu sein, hätte lieber noch ein Mädel dazu aber das wird wohl nichts, die die am Sonntag eigentlich dazu kommen sollte hat sich nicht mehr gemeldet...

 

Mo, 24.8.

Die letzte Woche war schon böse. Ich war total am Boden, keine Motivation mehr gehabt... Samstag war ich soweit, dass ich nach Haus fahren wollte. Hab hier mit dem einen Typen aus meinem Team arge Probleme auszukommen und das schlägt sich halt auf meine Stimmung nieder – und auch auf den Erfolg bei der Arbeit.

Als Yusuf wieder da war, hat er es aber hinbekommen, mich wieder aufzubauen und ich versuchs halt weiter. Wollte das Team wechseln aber das geht nun mal nicht. Das Gute ist, dass wir jetzt neue Leute im Team haben, Patrick ist leider abgereist aber mal sehen wie die drauf sind, die jetzt dazu kommen. Aber bei meinem Glück sind es natürlich wieder nur Männer!!

Ich verstehe mich derweilen super mit den Leuten aus dem Team in Wetzlar. Waren am Samstag wieder da und da ist der Spaß einfach schon vorprogrammiert. Sonntag war dann Sommerfest, das Highlight des Jahres für alle Werber und ich hab auch nur mit den Leuten as Wetzlar rumgehangen, nicht mit meinem Team. Ist schon doof wenn das Zusammenhaltsgefühl einfach nicht da ist.

 

 

Mi, 26.8.

Heut ist einer von den Newcomern überraschend wieder abgereist. Gerade der, mit dem ich mich echt gut verstanden hatte.

Jetzt sind wir noch zu siebt. Der Tag heut lief recht gut, obwohl ich viel Pause gemacht hab, weil ich halt irgendwie keinen Elan hatte. Aber es bringt auch nichts an die Tür zu gehen und da zu hängen wie n Schluck Wasser in der Kurve. Dann lieber Pause machen und Kräfte sammeln. Ich brauch schon sehr viele von diesen Pausen – aber wenns am Ende zu einem akzeptablen Ergebnis führt – warum nicht.

Gestern hatte ich ein Haus – total schön, neu, groß; zwei Mercedes vor der Tür. Macht mir sone aufgetakelte Blondine auf und meint nur, sie wäre heut nicht in Spenderlaune. Ich sag zu ihr also, wir würden ja erst in 3 Jahren wieder vorbei kommen. „Ja Pech gehabt“ – Tür zu. Die kann ich leiden, diese reichen Schnösel. Unverschämt, echt.

Die andern aus dem Team haben heute sensationelle Ergebnisse gebracht. Die zwei Newcomer sind der Hammer, die machen echt n super Job. Da muss ich mich jetzt ranhalten, um nicht die Schlechteste zu sein...

 

So, 6.7.

Heut sitze ich schon wieder im Zug nach Hause. Diese Woche lief letztendlich doch noch ganz gut und ich bin auch mit meinem Gesamtergebnis über die Wochen zufrieden. Es war wirklich ne schöne Zeit und es fiel mir nicht leicht, mich heute von den anderen Teammitgliedern zu verabschieden, sind mir doch alle irgendwie ans Herz gewachsen...

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Wer mich sucht, ich wohne in Junailijankuja 5A 010, 00520 Helsinki.
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